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Wissenschaftler ‚lesen Träume’ mit Hilfe von Hirnscans

Einer Studie zufolge haben Wissenschaftler eine Methode zum „Lesen” von Träumen gefunden.

In Japan benutzten Forscher MRI, um die Bilder zu zeigen, die Testpersonen beim Eintreten in eine der frühen Schlafphasen sahen.In einem Artikel im ‚Science’-Magazin berichteten sie, dass ihnen dies mit einer Erfolgsrate von 60% gelinge.Jetzt will das Team untersuchen, ob Hirnaktivität genutzt werden kann, um andere Traumaspekte zu entziffern, wie beispielsweise Gefühlsempfindungen, die im Schlaf auftreten.

Professor Yukiyasu Kamitani  von den ATR Computer-Neurowissenschaftlichen Laboren in Kyoto, sagte: „Ich war fest davon überzeugt, dass das Entschlüsseln von Träumen, zumindest, was gewisse Aspekte betrifft, möglich sein sollte …Das Resultat überraschte mich also nicht besonders, aber aufregend war es schon.”

Geistesblitz

Schon die alten Ägypter haben versucht, Träume zu deuten, aber die Wissenschaftler, die diese Studie leiteten, haben einen direkteren Weg gefunden, um sich Zugang zu unsern nächtlichen Visionen zu verschaffen. Das Team benutzte MRI, um drei Testpersonen im Schlaf zu überwachen. Als die freiwilligen Testpersonen gerade in die Einschlafphase getreten waren, wurden sie aufgeweckt und gefragt, was sie gesehen hatten.

Jedes erwähnte Bild wurde aufgeschrieben, von Bronzestatue bis zu Schlüsseln und Eisbrechern, ganz gleich wie surrealistisch es auch sein mochte.Dies wurde bei jedem Versuchsteilnehmer mehr als 200 Mal wiederholt. Die Versuchsleiter benutzten die Ergebnisse zum Erstellen einer Datenbank, in der sie Objekte, die sich visuell ähnelten, in Kategorien einteilten. Zum Beispiel Hotel, Haus und Gebäude fielen in die Gruppe mit dem Titel „Bauwerke”.

Danach wurden die Freiwilligen erneut gescannt, aber dieses Mal waren sie dabei wach und sahen sich Bilder auf dem Computer-Bildschirm an. Auf diese Weise konnten sie die spezifischen Muster von Hirnaktivität sehen, die mit der visuellen Bildlichkeit korrelieren.

Traumlesegeräte?

In der nächsten Schlaf-Testrunde konnten die Wissenschaftler durch Beobachtung des Hirnscans erkennen, was die Testpersonen in ihren Träumen sahen. Sie waren imstande, mit 60-prozentiger Sicherheit zu bestimmen, in welche breite Gruppe die Bilder gehörten.

Laut Dr. Mark Stokes von der Universität Oxford ist die Schwierigkeit dabei, das systematische Mapping zwischen der Hirnaktivität und den Phänomenen auszuarbeiten.

„Es ist uns gelungen, von Hirnaktivität im Schlaf Trauminhalte zu erschließen, die mit den Berichten der Testpersonen übereinstimmten”, erklärte Professor Kamitani. Nun wollen die Forscher tiefere Schlafphasen untersuchen, in denen die lebhaftesten Träume stattfinden sollen, und sehen, ob Hirnscans ihnen dabei helfen können, im Schlaf erlebte Emotionen, Gerüche, Farben und Handlungen zu registrieren.

Dr. Mark Stokes, ein kognitiver Neurowissenschaftler von der Universität Oxford, sagte, es sei ein “faszinierendes” Forschungsobjekt, das uns dem Konzept des Traumlesegerätes ein Stück näher bringe. “Das liegt natürlich noch in weiter Zukunft, aber im Prinzip sollte es nicht unmöglich sein. Die Schwierigkeit ist, das systematische Mapping zwischen Hirnaktivität und Phänomenen auszuarbeiten”, erklärte er. Jedoch fügte er hinzu, dass ein und dasselbe Traumlesegerät nicht für jeden funktionieren würde.

„All dies müsste auf jede Testperson individuell zugeschnitten werden. Es wäre nie möglich, ein allgemeines Gerät für alle zu erstellen, das jedermanns Träume lesen könnte. Alle Träume sind idiosynkratrisch dem Individuum angepasst, die Hirnaktivität wird sich nie über alle Fächer erstrecken”, sagte er. „Man könnte zum Beispiel niemals etwas konstruieren, das die Gedanken anderer ohne ihr Wissen lesen könnte.“

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