Träume von Verstorbenen | Therapie & Rätsel für Forscher

Träume von Verstorbenen | Therapie & Rätsel für Forscher

Ein Traum von einem geliebten Verstorbenen, erzeugt fast immer ein Gefühl von Getröstet Sein oder Frieden. (Waggoner, 2008)

Es gibt Fälle, die tatsächlich nahelegen, dass Träumende Kontakt mit Verstorbenen aufgenommen haben, ein Umstand, der uns sehr wohl dazu zwingen könnte, landläufige Begriffe von Bewusstsein und der Grenze zwischen Leben und Tod zu überdenken.

Zunächst einmal muss ich bestätigen, dass viele Berichte über Zusammentreffen mit geliebten Verstorbenen im Traum auf eine konventionellere Weise als lediglich vom Unterbewusstsein erzeugte Darstellungen interpretiert werden können, die dem Zweck dienen, Trost und Frieden zu spenden. Und tatsächlich erzeugt der Traum von einem geliebten Verstorbenen fast immer ein Gefühl von Getröstet Sein oder Frieden (Waggoner, 2008; Chapter 17, “Interacting with the Deceased”).

Nichtsdestoweniger sind andere Übereinstimmungen zwischen Berichten aus psychoanalytischer Perspektive gesehen ziemlich verblüffend. Beispielsweise erscheint in vielen Fällen die Traumfigur viel jünger und gesunder als zum Zeitpunkt des Todes, und kann sogar dem Träumenden Ratschläge oder Warnungen geben, die kommendes Unheil voraussagen oder bei seiner Abwendung helfen. Zuweilen sieht der Träumende auch eine Version des Verstorbenen, die er im Leben nie gekannt hat, wie etwa mit einer ungewöhnlichen Frisur oder ungewöhnlichen Kleidern, die laut späteren Nachforschungen den wahren Charakter der Traumperson zu einem früheren Zeitpunkt darstellen.

Es ist sogar möglich, unbestreitbare Erinnerungen oder Einzelheiten aus ihrem Leben zu sammeln, die sonst unbekannt geblieben wären. (Waggoner, 2008). Solche Berichte werfen die Frage auf, ob es nach dem Tode eine Form von Leben oder Bewusstsein gibt.

Eine meiner Bekannten erinnerte sich an eine Reihe von Träumen, die sie als Kind hatte, in denen ihre Großmutter (die vor ihrer Geburt gestorben war) sie mehrmals besuchte. In jedem Traum zeigte die Großmutter dem Mädchen das Familienheim, in dem ihre Mutter aufgewachsen war (ein Haus, das das Mädchen nie kennengelernt hatte), und zwar jedes Zimmer darin, die Dielen, die Schränke, alle Schlafzimmer, sogar die Schränkchen unter dem Spülstein. Zunächst hatte das Mädchen Hemmungen, diese Träume ihrer Mutter gegenüber zu erwähnen, obwohl sie sie sehr beschäftigten. Als sie allerdings bald nach dieser Traumserie das Familienheim tatsächlich besuchte, war sie betroffen darüber, wie viele Einzelheiten aus ihren Träumen sich mit der Realität deckten.

Sie erzählte daraufhin ihrer Mutter von diesen Träumen, worauf diese mit heißen Freudentränen reagierte. Der größte Wunsch der Großmutter war gewesen, alt genug zu werden, um ihre Enkel kennenzulernen und Zeit mit ihnen zu verbringen. Vielleicht verschafften ihr diese Träume die Möglichkeit, selbst nach dem Tode noch mit ihrer kleinen Enkelin Erinnerungen zu teilen.

Als Außenseiter ist man versucht, solch eine Erfahrung weg zu rationalisieren. Vielleicht hatte das Mädchen ganz einfach aus Fotos, die es von seiner Großmutter und ihrem Haus gesehen und Geschichten, die ihm seine Mutter erzählt hatte, bildliche Eindrücke konstruiert. Vielleicht erinnerte sie sich fälschlich daran, von gerade diesem Haus geträumt zu haben, nachdem sie es in Wirklichkeit gesehen hatte. Vielleicht waren die Träume eine bloße Projektion von dem Wunsch des Mädchens, seine Großmutter kennenzulernen. Sogar eine epigenetische Erklärung ist möglich, dass nämlich die tatsächliche Genübertragung der Erinnerung von der Mutter an die Tochter weitergegeben wurde und sich in ihren Träumen manifestierte. All diese Erklärungen richten sich gegen unsere letzte Alternative: dass das Mädchen tatsächlich ihrer verstorbenen Großmutter im Traum begegnet ist. Und dazu kommt, dass der Traumraum irgendwie gemeinsam mit der Großmutter geschaffen schien und von ihr geteilt wurde.

Ich habe beobachtet, dass manchmal selbst die größten Skeptiker nach solchen Erfahrungen akzeptieren, dass es sich um echten Kontakt mit den Verstorbenen handelt. Die emotionale Klarheit und das Gefühl der Verbundenheit im Traum fühlen sich zu real an, als dass man sie ignorieren könnte. Die weitreichenderen Konsequenzen werden allerdings selten erwähnt. Ist das menschliche Bewusstsein irgend-”wo” am Leben, nachdem der Körper gestorben ist? Wäre es für uns alle möglich, mit unsern Verstorbenen zu interagieren? Können wir Verstorbene besuchen, die schon lange tot sind?

In der Tradition verschiedener anderer Kulturen wird das Verhältnis zwischen Träumen und dem Tod als ganz normal angesehen. Zum Beispiel wird der tibetanische Begriff “Bardo” benutzt, um sowohl das Träumen als auch den Bewusstseinszustand nach dem Tode zu definieren. Es wird beschrieben als “Übergangsstatus … zwischen Tod und Wiedergeburt, wenn das Bewusstsein nicht mit einem physischen Körper verbunden ist. Traumjoga, das bewusstem Träumen ähnlich ist und sich darauf konzentriert, während des Traumzustandes das Bewusstsein zu bewahren, ist damit eine Vorbereitungsmöglichkeit auf den Übergangszustand des Bewusstseins nach dem Tode.

Die Ähnlichkeit zwischen Träumen und dem Tode ist ebenfalls Grundlage der Taoistischen Traumübungen, die in ähnlicher Weise als Vorbereitung benutzt werden.

„Wenn wir jede Nacht einschlafen, so ist das in der Tat ein kleiner Tod …Wir können den Schlaf als willkommenen Teil des wechselnden Rhythmus zwischen Schlafen und Wachen betrachten, und den Tod gewissermaßen als willkommenen Teil des wechselnden Rhythmus mit dem Leben. Meditation, Schlaf und Tod haben viel gemeinsam.”(Charles Belyea; zitiert in Ochiogrosso, P., 1997)

Des Weiteren werden sowohl Anhänger der Tibetanischen als auch der Taoistischen Lehre angewiesen, alte Meister und Buddhas aufzusuchen, die im “Bardo”-Zustand unterweisen, während sie in dem von dem Bardo von Träumen und Tod geteilten Raum miteinander interagieren. Dieses Potenzial für Heimsuchungsträume erklärt sich als ein Phänomen der Reise durch Zeit anstatt Reise durch Raum, wie wir es im Wachzustand gewohnt sind.

“es gibt beim Träumen ebenso Aufenthaltsorte, wie es sie im Wachzustand gibt. Der Unterschied liegt darin, dass man es im Wachzustand mit der Dimension des Raumes zu tun hat, um dort anzukommen, während man im Schlaf die zeitliche Dimension überwinden muss.“ (Charles Belyea; cited in Ochiogrosso, P., 1997)

Diese Vorstellungen mögen dem westlichen Denken zwar fremd vorkommen, aber es finden sehr wohl momentan wissenschaftliche Untersuchungen statt, die sich mit flexibleren Vorstellungen bezüglich des Bewusstseins beschäftigen; dabei werden die sowohl zeitlich als auch körperlich bedingten Bindungen des Bewusstseins an den lebenden Körper untersucht, und es wird die Frage gestellt, ob nach dem Tode eine Form von Bewusstsein fortbesteht (ich werde in einem meiner nächsten Beiträge darauf eingehen). Diese Art von Forschung reflektiert einen Prozess der Umorientierung im Bereich westlicher Medizin von der Sicht des Todes als einschneidende und endgültige Zäsur zu der Sicht des Todes als allmählicher und fließender Übergang. (Parnia, S., & Young, J., 2013).

Ob wir nun diese Erfahrungen als phänomenale Nebenprodukte unterbewussten Verlangens betrachten oder als wirkliche Exkursionen ins Reich der Toten, die Tiefen der menschlichen Psyche und die Grenzen des Bewusstseins sind in jedem Falle ein faszinierendes Thema.

Literaturhinweise

Ochiogrosso, P. (1997). Dream Yoga. In Yoga Journal Magazine.
Parnia, S., & Young, J. (2013). Erasing death: The science that is rewriting the boundaries between life and death. Harper Collins.
Waggoner, R. (2008). Lucid dreaming: Gateway to the inner self. Red Wheel/Weiser.

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